In der Gemeinde Barbozza ist dieses Oratorium (einst Einsiedelei) zweifellos das historisch bedeutendste Gebäude. Der Zeitraum seiner Errichtung ist nicht bekannt, jedoch gibt es Berichte über die Anwesenheit von Einsiedlern bereits im 15. Jahrhundert, genau seit 1488. Bereits in der Antike war es Ziel von Wallfahrten aus dem gesamten Quartier del Piave, besonders im Sommer und insbesondere am Festtag des Heiligen, dem 7. August. Die Bevölkerung pilgerte dorthin, um in Zeiten der Dürre Regen zu erbitten. Es wurde im Laufe der Geschichte mehrfach restauriert, vor allem durch Bruder Giuseppe Pilla, einen Einsiedler, der lange dort lebte. An der Eingangstür des Oratoriums ist bis heute sein Grabmal sichtbar. Im Inneren waren verschiedene Holzskulpturen und Bilder der Heiligen aufbewahrt.
Das Oratorium ist über die Route "Trodo degli Oratori" erreichbar: ein Rundweg, der Teil der neuen UNESCO-Hügelrouten ist und durch die Weinberge der Dörfer Santo Stefano und Barbozza führt und einen Höhenweg zwischen den Wäldern des Val Curta einschließt.
„Der Trodo degli Oratori“ („trodo“, der Name, mit dem die Einwohner der Gegend die Wege nennen) verbindet Wandern und die Natur des Monte Cesen mit einem Hauch von Religiosität. Tatsächlich kann man entlang des Hauptweges und seiner zwei Varianten zahlreiche Kapellen, Einsiedeleien und Oratorien erreichen. Diese Route bietet die Möglichkeit, die Aussicht auf Valdobbiadene mit der Senke von Cartizze, die Molian-Höhen der Colli Asolani und an klaren Tagen die Euganeischen Hügel und die Lagune von Venedig zu genießen.