Klassisches Beispiel einer Landvilla mit Herrenhaus, “Barchessa" und Park, von herausragendem historischen und künstlerischen Interesse: im Jahr 1761 verzeichnet, geht ihre heutige Form auf das späte 17. Jahrhundert zurück. Die Villa präsentiert sich schlicht, verziert mit eleganten Dreifachfenstern und hat ein Walmdach: die Außenmalereien sind verloren gegangen, aber das Eingangsportal aus Stein bleibt erhalten. Am Ende des 16. Jahrhunderts erwähnt, weist Francesco Agazzi in seinem Testament von 1681 sie seinen Söhnen zu, die 1691 für die Erweiterung auf vier Etagen und den Bau der Barchessa verantwortlich sind. Die Agazzi, Händler aus dem Bergamasker Gebiet, kommen Ende des 16. Jahrhunderts nach Venedig: der Zweig von S. Cassiano erhält 1593 die Ursprungsbürgerrechte, verbindet sich mit Papst Alexander VIII., und sieht Marco Agazzi, 1691 Bischof von Ceneda. Der Zweig von S. Severo erwirbt die Villa Mitte des 17. Jahrhunderts und behält sie bis 1807; im österreichischen Kataster von 1841 unter dem Namen des Co. Camillo Manfredini, ihrem Erben, gelangt sie im 20. Jahrhundert in den jetzigen Besitz.
Exzellenzen der Villa: Villa Correr Agazzi ist ein signifikantes Beispiel für die politische, soziale und wirtschaftliche Geschichte, die als "Villa-Zivilisation" bekannt ist, die von der Serenissima zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert gefördert und verwirklicht wurde. Der historische und kulturelle Wert von Villa Correr Agazzi liegt darin, dass sie ihre Funktion als Ort bewahrt hat, der für die Verwaltung der landwirtschaftlichen Tätigkeiten der venezianischen Adelsfamilien nach der Expansion der Serenissima ins Festland konzipiert wurde, aber auch als Ort des Genusses und kulturellen Wachstums. Die Villa ist von einem weitläufigen Antiken Park umgeben und geschmückt mit einer zweigeschossigen Barchessa auf der linken Seite des Gebäudes, mit sichtbaren Balken und Pflastersteinen. Kürzlich wurden interessante Innenverzierungen in der Villa freigelegt, die zwischen dem späten 17. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts datierbar sind. Auffällig ist der Ort eines alten geheimen Durchgangs, der von der Villa zum Ufer der Livenza führte, nützlich für den Zugang vom Anlegeplatz, aber auch als rettender Fluchtweg.
Exzellenzen des Umfelds: Concordia Sagittaria, römische Stadt; Überreste der römischen Konsularstraße Annia, die Rom mit Aquileia verband; Corbolone, Kirche S. Marco mit Malereien aus dem 16. Jahrhundert; Flusslandschaft der Livenza; Deichwege; Naturpfade in den Auenwäldern von Bandiziol und Prassaccon; Weinbaugebiete (Annone Veneto, Pramaggiore, Lison); Weingüter der Produzenten. Portogruaro, mittelalterliche Stadt. Mittelalterliche Abtei von Summaga Caorle, charakteristisches Städtchen mit venezianischem Flair und Badeort.