Die Salzano-Seidenfabrik wurde zwischen 1870 und 1872 von der jüdischen Familie Romanin-Jacur erbaut. Es handelte sich um eine modernste Anlage mit den besten Technologien, die zu jener Zeit in Italien eingeführt wurden, von den Verarbeitungstechniken bis zur Zucht der Seidenspinner. Bald wurde sie eine der wichtigsten im Veneto und erreichte auch 250 Angestellte - die meisten davon Frauen - in einer wirtschaftlich überwiegend landwirtschaftlichen Region.
Ab den 1930er Jahren war die Seidenfabrik gezwungen zu schließen, zunächst aufgrund der Rassengesetze, und anschließend wegen des Aufkommens neuer synthetischer Fasern nach dem Zweiten Weltkrieg.
Heute beherbergt die Produktionsstätte das Museum.
Das Museum der Salzano-Seidenfabrik besteht aus zwei Aspekten, die es auch visuell vor den Augen der Zuschauer trennen: einem interaktiven Bereich, der geschaffen wurde, um auch die jüngeren Besucher anzusprechen, und einem klassischeren musealen Bereich.
Die Seidenfabrik wird „magisch“ wieder zum Leben erweckt, und dank innovativer multimedialer Technologien wird der Besucher zum Protagonisten eines echten Erlebnisses, indem er die Arbeit in der alten Seidenfabrik nacherlebt.
Beim Eintritt in das Museum der Seidenfabrik fällt dem Besucher als Erstes der immersive Raum auf: Der Besucher kann interaktiv drei Videos über die Arbeit in der Seidenfabrik, ihren Schöpfer Leone Jachia Romanin – Jacur und die Seidenspinner, das eigentliche Rohmaterial der Fabrik, auswählen und ansehen.
Eine innovative Technologie spielt eine grundlegende Rolle im Museum der Salzano-Seidenfabrik: die „Silkboard“ stellt ein völlig neues museales Erlebnis dar. Die Silkboard ist ein einfaches Stück Pappe, aber durch sie kann der Besucher die Themen und Inhalte des Museums völlig autonom entdecken. Die Silkboard dient als Bildschirm für Texte, Bilder und Videos, und die Besucher können sie verwenden, um sich im Museum zu bewegen und die Inhalte in drei Hauptbereichen auszuwählen, nämlich: Der Seidenspinner, Die Spinnerei, Die Seidenfabrik von Salzano.