Die Serrai di Sottoguda sind viel mehr als nur eine einfache Altschlucht: Sie sind ein Naturdenkmal, das durch Zeit und Wasser geformt wurde, ein authentischer dolomitischer Canyon von 2,5 km Länge, eingebettet zwischen vertikalen Wänden, die bis zu 100 Meter hoch sind. Hier fließt der Bach Pettorina heftig, zieht Kurven und Wasserfälle durch den lebendigen Fels, in einer Landschaft, die sich mit den Jahreszeiten verändert.
Vom Dorf Sottoguda – das zu Den schönsten Dörfern Italiens zählt – bis zur Malga Ciapela, am Fuß der Marmolada, bietet die Schlucht atemberaubende Ausblicke und einen direkten Kontakt mit der wilden Kraft der Natur. Im Sommer verwandeln sich die Serrai in eine grüne und schattige Oase, ideal für einen Spaziergang inmitten von Stille und Frische. Entlang des Weges begegnet man Holzbrücken, natürlichen Höhlen, der Kapelle von Sant’Antonio und der Statue der Madonna, die in den Fels gemeißelt ist: kleine Zeichen, die die tiefe Verbindung zwischen Mensch und diesem Ort erzählen.
Mit dem Einzug des Winters verwandelt sich alles: Die Wasserfälle gefrieren und schaffen eine verzauberte und stille Landschaft. Die Serrai werden somit zu einer der berühmtesten Eiskletterhallen der Dolomiten.
Doch die Serrai sind nicht nur Natur: Sie sind auch Geschichte. Jahrhunderte lang waren sie ein Durchgangsort für Herden, Wanderer und Händler. Auch heute sind entlang der Mauern, Inschriften und Artefakte aus dem Ersten Weltkrieg Spuren der Vergangenheit zu erkennen. Ein Ort, der fasziniert, überrascht und berührt, wo der Fels viel mehr erzählt, als es scheint.