Die Altstadt von Badia Polesine, einem wichtigen Zentrum der Provinz Rovigo, bewahrt und präsentiert Kunst und Geschichte. Eine lange Straße (Contrada Sant'Alberto), die parallel zum Adigetto verläuft, bildet die Hauptachse der Stadt.
Die Route vergleicht zwei architektonische Juwelen von Badia: die Abtei der Vangadizza und die Sammlung Balzan. Man beginnt mit dem Besuch der Abtei der Vangadizza, einer Territorialabtei, die einen der ältesten Kultorte der Region darstellt.
Die Abtei stammt aus der Mitte des 10. Jahrhunderts, als die Este die Benediktiner nach Badia riefen und ihnen mehrere ihrer Besitztümer vor Ort übertrugen. Bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts folgten den regulären Benediktinern die Kamaldulenser, die das Geschick des Klosters bis zu dessen endgültiger Aufhebung mit dem napoleonischenDekret von 1810 leiteten. Sicherlich ist das trapezförmige Kreuzgang, das aus dem 13. Jahrhundert stammt, das interessanteste und eindrucksvollste architektonische Element der Abtei.
Vom Kreuzgang gelangt man durch ein elegantes rotes Marmortor aus Verona in die Speisehalle und, durch die gegenüberliegende Tür, befindet man sich im Garten des Abtes, von dem man zum Platz der Vangadizza gelangt, einem großen Raum vor der ehemaligen Kirche der Abtei der Vangadizza. Von der Kirche sind heute nur noch die Umfassungsmauern erhalten, da die Kirche 1836 während der französischen Besitzzeit abgerissen wurde.
Es geht weiter in Richtung Theater Sociale Eugenio Balzan, das von vielen als die "kleine Phönix" bezeichnet wird. Im Foyer befindet sich eine prestigeträchtige Sammlung, die Sammlung Balzan, die aus 49 Werken von 26 italienischen Malern besteht und einige absolute Höhepunkte der Malerei der Epoche umfasst, wie die Werke von Domenico Morelli, die Gemälde von Mosè Bianchi und die Arbeiten von Filippo Palizzi, darunter das außergewöhnliche Gemälde "Mädchen auf dem Felsen in Sorrent".