Die Via delle Valli ist besonders ein Ziel für Liebhaber des Radwanderns, und fast alle Routen sind durch den Rad- und Fußweg des Po gekennzeichnet. Fahrradtouren im Delta-Park sind eine wunderschöne Erfahrung.
Die Via delle Valli hat ihren Namen von einem besonderen Naturmerkmal des Po-Deltas: den Valli, also den Tälern. Diese sind salzige Gewässer, in die auch Süßwasser strömt. Sie sind Verbindungspunkte zwischen Fluss und Lagune. Durch die sogenannten Chiaviche, also die Bauwerke, die die Dämme des Flusses unterbrechen und einen Durchgang schaffen, tritt je nach Jahreszeit Wasser ein und aus und reguliert den Wasserstand des Flusses.
Die Bedeutung dieser Valli ist mit dem Fischfang und der Fischzucht verbunden. Der Fisch ist das wesentliche Element der meisten typischen Gerichte der Region. Die Fischerei erfolgt durch die Verwendung von Lavoriero: eine hölzerne Barrikade in Form eines Pfeils mit der Spitze zum Meer gerichtet. Die periodische Bewegung des Wassers vom Fluss zum Meer (und umgekehrt) zwingt die Fische, sich an bestimmten Stellen zu sammeln, was den Fischern beim Fang zugutekommt.
Vor allem Doraden, Meeräschen und Wolfsbarben werden gefangen; dank des jahrhundertealten Wissens der Fischer des Po-Deltas über die Bewegungen dieser Fische zum Meer und zum Fluss, je nach Jahreszeit.
Der langsame Tourismus, etwa mit dem Fahrrad, ermöglicht es Reisenden, die Aktivitäten der Fischer zu beobachten und die architektonischen Strukturen zu bewundern, die die natürliche Landschaft ergänzen, wie zum Beispiel die Fischerhäuser: Pfahlbauten aus Holz, die als Lagerräume für den Fang genutzt werden.
In den Valli gibt es auch viele Zuchtanlagen für Muscheln und Austern, die das ganze Jahr über die Fischmärkte, allen voran den von Chioggia, sowie die Restaurants der Region mit frisch gefangenem Fisch versorgen.