Der Bogen der Scalette bildet den Beginn dessen, was bis zum 18. Jahrhundert der Hauptzugang, über die lange Treppe der „Scalette“, zum stark frequentierten Heiligtum der Madonna von Monte Berico war.
Die Struktur ist ein Triumphbogen mit einem einzigen Öffnung zwischen zwei Paaren von korinthischen Halbsäulen auf hohen Sockeln und einem dreiteiligen Attika mit kleinen Säulen. Am Attika befinden sich an den Enden die beiden Statuen der Schutzheiligen Leonzio und Capoforo und in der Mitte die des venezianischen Löwen, geschaffen von Francesco und Giambattista Albanese; es ist wahrscheinlich, dass auch Francesco die Leitung der Baustelle übertragen wurde. Der Bau ist aus Stein der Steinbrüche bei Vicenza, im unteren Teil hart und im oberen Teil weich.
Der Bogen, wie in der Inschrift am Attika vermerkt, wurde 1595 vom venezianischen Kapitän Giacomo Bragadin in Auftrag gegeben, also fünfzehn Jahre nach dem Tod von Palladio, aber, wie viele Wissenschaftler glauben, basierend auf einem palladianischen Entwurf, der in den Jahren 1574-76 im Rahmen eines einheitlichen Plans für den Aufstieg zum Hügel und wahrscheinlich auch für die Erweiterung des Heiligtums entwickelt wurde.
In einem Votivbild aus dem späten 17. Jahrhundert wird der Bogen mit Nischen dargestellt, die in den vorderen Interkolumnien eingeschlossen sind; diese wurden wahrscheinlich in jenen Jahren geschlossen, um die beiden anderen Nischen im Inneren des Bogens zu schaffen, wo der Engel Verkündiger und die Jungfrau Verkündete, Werke von Orazio Marinali, platziert wurden.
Auch die Zugtreppe hat viele Veränderungen erfahren. Ursprünglich war sie aus Stufen gebildet, die so breit waren wie der Bogen, mit seitlichen Podesten; später wurde die Breite auf die einzige Öffnung des Durchgangs reduziert und aufgrund der schweren Änderungen des Straßenverlaufs, die Mitte des 19. Jahrhunderts durchgeführt wurden, verkürzt.
Das Denkmal wurde fast vollständig rekonstruiert, wobei soweit wie möglich das ursprüngliche Material verwendet wurde, nach den Schäden, die während eines Luftangriffs im Jahr 1944 erlitten wurden.
Der Bogen der Scalette stellt ein wertvolles Zeugnis der bekannten Fähigkeit von Palladio dar, triumphale Wege unter Berücksichtigung präziser Anklänge an die römische Klassik zu inszenieren: Er lässt sich nämlich auf das Schema des römischen Bogens mit einem einzigen Durchgang zurückführen, wie dem von Trajan in Ancona.