Im Jahr 1872 erwirbt der berühmte Industrielle Alessandro Rossi ein Grundstück von circa 4000 m² am Fuß des Schlossberges, um dort einen Kindergarten für die Kinder der Arbeiter zu bauen, nur wenig entfernt von der Fabrik. Dieser Wunsch ist Teil des Plans zur Schaffung von sozial-unterstützenden Institutionen, die vom Auftraggeber zugunsten der Textilarbeiter und ihrer Familien vorgesehen sind. Die Planung wird dem Architekten Antonio Caregaro Negrin übertragen und die Bauaufsicht dem Ing. Carlo Letter. Die Bauarbeiten werden schnell abgeschlossen und ein Gebäude von circa 1200 m² mit einem zentralen einstöckigen Teil und zwei vorschpringenden zwei Stockwerke hohen Flügeln wird errichtet, während die verbleibende Fläche für Freiflächen und ausgestattete Grünflächen für sportliche Übungen genutzt wird. Die Schule, die im neoklassizistischen Stil errichtet wurde und für Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren vorgesehen war, wurde neun Jahre nach ihrer Errichtung geändert, um den Bedürfnissen der ständig wachsenden Bevölkerung und der Arbeiter gerecht zu werden. Durch die Hinzufügung von zwei weiteren Stockwerken im zentralen Bereich war der Kindergarten in der Lage, 500 Kinder aufzunehmen. Die Klassenzimmer sind nach Norden ausgerichtet und befinden sich im zentralen Teil, der sich mit einem eleganten Portikus und einer Treppe öffnet, während in den seitlichen Gebäuden der Versammlungssaal und die Mensa untergebracht werden; im Untergeschoss sind die Küchen, die Wäscherei und weitere Dienstleistungen eingerichtet. Nach dem Ausbau wird im zentralen Teil ein Saal mit einer Holztreppe und einem Balkon sowie ein Hörsaal realisiert, der dann in ein Auditorium für Konzerte umgewandelt wurde, da er über eine hervorragende Akustik verfügt. Im Giebel zeigt das Gebäude die ciceronianische Inschrift “in puero spes”, die Hoffnung im Kind, um das volle Vertrauen zu demonstrieren, das der Auftraggeber in die jungen Generationen setzte. Auch wenn das Projekt in einigen Detaillösungen nicht vollendet wurde, bewahrt der Kindergarten immer noch die ursprünglichen stilistischen Merkmale.
Das Gebäude befindet sich jetzt in der Restaurierungsphase.
Foto: Archiv der Stadt Schio.