Die Kirche der Heiligen Salvatore und Biagio ist die erste historisch belegte im Gemeindegebiet von Vestenanova (1145, Streit zwischen den Kanonikern von Badia Calvena und dem Prior von S. Mauro in Saline). Ihre Gründung geht auf das 10. oder 11. Jahrhundert zurück. Sie wurde im 15. Jahrhundert umgebaut und 1529 zur Rektorei erhoben. Danach wurde sie zwischen 1626 und 1640 abgerissen und neu errichtet. Sie wurde dann zwischen 1855 und 1856 erneut abgerissen und in der heutigen Form wieder aufgebaut, da sie nicht genügend Platz für die Gläubigen bot.
Im Inneren handelt es sich um einen rechteckigen Einklangsaal mit einer längeren Längsachse. Das Presbyterium hat einen quadratischen Grundriss, ist um fünf Stufen erhöht und hat eine reduzierte Breite im Vergleich zum Saal. Es schließt, jenseits des Gitters des Hauptaltars, mit einem herausragenden, halbkreisförmigen Altarraum ab. An den Seiten des Saales, in unmittelbarer Nähe des Presbyteriums, sind zwei Seitenkapellen mit Außenstruktur geöffnet, eine auf jeder Seite, die jeweils den Altar der Madonna links und den Altar des Heiligen Herzens (oder von San Biagio) rechts beherbergen, die auf einem um einen Schritt erhöhten Sockel stehen.
Nahe dem Eingang, an beiden Seitenwänden, befinden sich zwei Nischen, die in die Wandstärke eingelassen sind. Der Raum der Sakristei, untergebracht in einem Baukörper, der das Presbyterium mit dem Glockenturm verbindet, befindet sich an der rechten Seite des Presbyteriums in direkter Verbindung mit dem Apsidenraum und ist über einen Vorraum vom Saal aus zugänglich.
Der Hauptzugang öffnet sich zentral zur Fassade, die vom davor liegenden Vorplatz über eine Treppe mit acht Stufen erreichbar ist; im Inneren befindet sich ein hölzerner Windfang. Ein seitlicher Eingang öffnet sich in der Mitte der linken Flanke des Saales. Auf der gegenüberliegenden Seite ermöglicht eine Öffnung den Zugang zur Werktagskapelle, die sich entlang der Flanke des Saals erstreckt und dabei die gleiche Hauptachse der Kirche beibehält.
Hieran schließt sich das Pfarrhaus an, dessen Front im Vergleich zur Fassade der Kirche zurückversetzt ist und dessen Grundriss rechtwinklig zu dieser verläuft.
Die Fassade ist im neoklassizistischen Stil mit einem rechteckigen Eingangsportal, das von einem kleinen Fronton geschmückt und von einem halbkreisförmigen Fenster überragt wird. Sie ist von zwei Paar Pilastern mit korinthischen Kapitellen gerahmt. Diese tragen den Architrav, auf dem der mit einer Zahnschnittleiste verzierte Fronton aufliegt. In der Mitte des Tympanons befindet sich ein leicht geformtes hexagonales Oculi; an den seitlichen Spitzen stehen zwei kleine Statuen, die die Schutzheiligen darstellen, und an der obersten Spitze ist ein aufwändiges liturgisches Kreuz angebracht.