Colle San Pietro heißt der Hügel, der hinter dem Teatro Romano einige hundert Meter hoch aufragt.
Das Castel San Pietro, als besondere touristische Attraktion, ist bequem mit der Seilbahn erreichbar, mit der man bereits im Voraus während der Fahrt den Blick auf die Stadt genießen kann. Nach der Rückfahrt mit Seilbahn, läuft man direkt am Teatro Romano vorbei, entlang einer malerischen Route, welche zur Ponte Pietra führt.
In römischer Zeit wurde der Hügel in „Monte Gallo“ unbenannt und nahm eine wichtige religiöse Funktion ein, indem ein Tempel und ein Theater errichtet wurden. Das Theater ist heute noch zu sehen.
Im Mittelalter wurde auf den Resten des alten römischen Tempels eine Kirche gebaut, die man dem Heiligen Petrus widmete, deswegen heißt der Hügel „Colle San Pietro“.
Im Laufe des Mittelalters wurde der Hügel als strategischer Punkt mit Festungen ausgestattet; 1321 wurde der Befestigungsprozess von Cangrande della Scala stark gefördert.
Zu den vielen Bauten kam dann zwischen dem 14. und dem 15. Jahrhundert der berühmte “Castello Visconteo“ hinzu: von Gian Galeazzo Visconti entworfen, war das Schloss als Bestandteil einer größeren Festung gedacht, die zur Kontrolle der Stadt hätte dienen sollen.
Zur Zeit der Serenissima gewann das Befestigungssystem zunehmend an Bedeutung: Das Schloss blieb bewahrt, hinzu wurden neue Bauten errichtet, die 1801 zum größten Teil von napoleonischen Truppen zerstört wurden.
Unter österreichischer Herrschaft nahmen der “Colle San Pietro” und seine Befestigungen eine neue Funktion ein. Die alte „Chiesa di San Pietro“ wurde zerstört, stattdessen wurde auf Befehl des Feldmarschalls Radetzky eine Kaserne erbaut.
Vom Baustil her weicht der vom österreichischen Offizier und Bauingenieur Conrad Petrasch geplante Befestigungskomplex vom ursprünglichen Komplex stark ab: Trotz des Zusatzes von Zinnen – eine Nachmachung der Zinnen der Scaliger Mauer - war es klar, dass das ein militärischer Ort war.
Kennzeichen der ganzen Baugruppe ist aber das „Castel San Pietro“. Auch der „Colle San Pietro“ ist sehr beliebt, bei den Touristen sowie bei den Einheimischen: Von der Spitze des Hügels hat man eine wunderschöne Aussicht auf Verona.