Nach einer alten Legende entstand die Kirche als Folge eines wunderbaren Ereignisses, bei dem einige Schiffbrüchige, die den Gewässern des Alpone ausgeliefert waren, durch das Erscheinen eines Seils gerettet wurden. Fakt ist, dass an diesem Ort, der entlang des Alpone liegt, die Volksfrömmigkeit im XII. Jahrhundert eine romanische Kirche errichtete, die der Madonna gewidmet und nach Santa Maria dell’Alzana benannt ist.
Der Ort ist ein Hügel, der sich aus dem umliegenden Sumpf erhob, weshalb der Name Alzana vom lateinischen "altus" stammen kann, was erhöhten Ort oder Höhenlage bedeutet. Jüngste archäologische Ausgrabungen haben eine römische Siedlung aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. ans Licht gebracht, die bis in die Hochmittelalterzeit eine historische Kontinuität aufwies.
Die Existenz einer Kirche an diesem Ort ist erstmals durch ein Dokument aus dem Jahr 1199 belegt. Die Kirche, die uns unverändert erreicht hat, abgesehen von den unvermeidlichen Falten der Zeit, hat bescheidene Ausmaße.
Die Fassade ist bedeutend, der charakteristische Glockenturm, der turmähnlich gestaltet ist, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut. Das an die Kirche angrenzende Gebäude, das seit 1582 existiert, wurde als Wohnung des Kaplans genutzt. Ab dem 17. Jahrhundert wurde es von Eremiten bewohnt. Nach den jüngsten Restaurierungsarbeiten beherbergt das Gebäude das Museum der bäuerlichen Zivilisation.
Der Mauerausschnitt zwischen der Nordwand und der heutigen Brüstung bewahrt ein altes, stark verblasstes Gemälde der Madonna, das jedoch ausreichend sichtbar ist, um Elemente für einen Datierungsversuch zu liefern. Das Design der Hände, die Form und die Farbe des Bildes weisen auf eine Arbeit aus dem 14. Jahrhundert hin, die mit Gemälden dieser Zeit aus anderen Kirchen in der Gegend von Verona, wie der von Santa Giustina in Palazzolo di Sona, vergleichbar ist. Auch die Technik des Gemäldes führt uns in diese Epoche. Das Gemälde zeigt die Madonna mit dem "Christkind auf den Knien". Dieses Bild zeigt, dass die Kapelle von Anfang an der Madonna, der Mutter Christi, gewidmet war. Es ist eines der ersten verehrten Bilder in der Kapelle.
In der Mitte der Wand, zwischen zwei Heiligen (Sankt Georg rechts und eine Heilige links), war die Schmerzreiche mit Christus auf den Knien.
Zur Fensterseite hin ist noch sichtbar, eine schöne Madonna mit dem Kind auf den Knien. An ihren Seiten standen zwei Heilige, deren Namen nur noch fragmentarisch erhalten sind, ein Fragment des Heiligenscheins des ersten (links) und eine Hand des zweiten. Die Namen sind auf einem Band über dem Gemälde zu lesen, und lauten: [JOAN] NES APOST. EVANGELISTA – S. MARIA ORA PRO NOBIS – S. BARTOMEUS. Die Gemälde sind von erheblicher Bedeutung, um die Epoche des Gebäudes festzustellen.
Im Presbyterium der Kirche, beleuchtet durch ein Fenster in Halbmondform auf der Südseite, finden wir einen schönen Altar, der aus dem 18. Jahrhundert stammen könnte.