Die Existenz der Gemeinden Mure und Costavernese ist seit dem XII. Jahrhundert bekannt, aber das erste offizielle Dokument, das die Anwesenheit einer Kirche geweiht an St. Stephan am Standort der heutigen Kirche bezeugt, ist das Regestum Possessionum Comunis Vincenciae aus dem Jahr 1262. Die Zeit zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert war eine Epoche der Wiederbelebung für die Gemeinde Mure, die endlich von würdigen und von der Bevölkerung geschätzten Pfarrern geleitet wurde. Zwei Mal, 1668 und 1675, erhielt die Pfarrei (damals geleitet von Don Giovanni Battista Laverda) den Besuch von San Gregorio Barbarigo; ein anderer illustrierter Bischof von Padua, Carlo Rezzonico, künftiger Papst Clemens XIII., forderte 1745 den Pfarrer Antonio Maria Sasso auf, Restaurierungen für das Gotteshaus durchzuführen. Die Antwort der Gemeinde war von verblüffender Schnelligkeit: In nur drei Jahren (1745-48) gelang es den Museen sogar, eine wahre neue Kirche zu errichten.
In der Zwischenzeit wurden die Strukturen der Kirche vollendet: Von 1838 bis 1845 wurde der Glockenturm errichtet, während Don Daniele Cecchini in den Jahren um 1900 das Gebäude selbst mit dem Bau der Seitenschiffe erweiterte.
Die jüngsten Arbeiten waren im Wesentlichen konservative Restaurierungen: Die bedeutendsten stammen aus den Jahren 2003-07.
Fast vor tausend Jahren als Kapelle eines kleinen Dorfes am Fuße der Vicentine-Berge errichtet, wurde die Kirche in ihrer heutigen Form um die Mitte des XVIII. Jahrhunderts vollständig neu erbaut. Sie hat einen rechteckigen Grundriss mit einem nach Osten gerichteten Altarraum und hat fünf Altäre. Die Fassade ist im schlichten und maßvollen Stil des frühen 18. Jahrhunderts in Venedig gehalten, der die Exzesse des Barocks abmildert und sich auf Andrea Palladio bezieht, was den Neoklassizismus vorwegnimmt.
Das kompositorische Schema der Fassade ist klassisch, in drei Teile unterteilt von vier Pilastern, die die Architrav und das dreieckige Giebeldach stützen. In der Mitte ein Mosaik aus goldenen Mosaiksteinen mit der Widmung der Kirche an den Protomärtyrer Stephanus; in den seitlichen Nischen stehen Statuen von St. Stephan und St. Valentin. Das Innere ist einschiffig (mit einer Tonnenwölbung), von dem der Presbyterium und vier Seitenschiffe abgehen. Vier farbige Glasfenster mit den Evangelisten erhellen das Schiff, und zwei Fenster mit den eucharistischen Symbolen erhellen das Presbyterium; ein siebtes Fenster in der Kapelle mit dem Taufbecken zeigt die Taufe Jesu. Entlang des gesamten Schiffs verlaufen die vierzehn kleinen Bilder des Kreuzwegs, eines unbekannten Autors, möglicherweise eines Malers der romantischen Schule Venedigs des 19. Jahrhunderts. Der Hauptaltar ist im Barockstil gehalten, was sich in den geschwungenen Formen des Tabernakels zeigt, das in der Figur des auferstandenen Christus gipfelt.