Der Name hat seinen Ursprung im frühen Mittelalter und wird von Busarii abgeleitet, die in jener Epoche die bischöflichen Zölle einhoben.
Zu römischer Zeit hieß die Porta Borsari Porta Iovia, da sich ein dem Jupiter geweihter Tempel direkt vor dem Tor befand (Überreste dieses Tempels sind in den Gärten des Cimitero Monumentale - Monumentaler Friedhof - zu besichtigen). Errichtet wurde die Porta Borsari wahrscheinlich im 1. Jahrhundert v.Chr. auf der Via Postumia (die im städtischen Gebiet den Decumanus Maximus darstellte). Sie wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. restauriert und war der Haupteingang zur Stadt, dessen Vorzeigefunktion durch reiche Dekorationen und Ornamente unterstrichen wurde.
Die Porta Borsari war ein Bauwerk mit einem Innenhof und zwei Durchgängen durch die Fassaden. Übrig geblieben sind nur die Außenfassade aus lokalem weißen Kalkstein, die zwei Bögen aufweist, eine kleine Kapelle und zwei darüber befindliche Fensterreihen, von denen sechs von aufwendigen Verzierungen eingerahmt sind.
Im Sturzbogen hatte Kaiser Gallieno eine Inschrift anbringen lassen, welche an den Wiederaufbau der Stadtmauer im Jahr 265 n.Chr. erinnert (eigentlich handelte es sich nicht um einen Wiederaufbau, sondern vielmehr um eine Restaurierung und Erweiterung).