Die Kirche Santa Eufemia ist ein religiöses Gebäude von beachtlichem Ausmaß und von bedeutendem künstlerischen Wert. Sie befindet sich nur wenige Schritte von der Porta Borsari und der Ponte della Vittoria entfernt.
Die Kirche wurde zwischen 1275 und 1450 von den Augustinermönchen gebaut, ihnen war im Jahre 1262 erlaubt worden, in Verona ein eigenes Kloster zu errichten und zwar an dem Ort, wo sich schon seit dem 11. Jahrhundert eine kleine und gleichnamige Kirche befand. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden in den Innenräumen tiefgreifende Veränderungen der Strukturen vorgenommen, da der Lauf der Zeit, der Wandel des ästhetischen Geschmacks und Schäden durch militärische Nutzung umfassende Restaurierungen erforderlich machten.
Eine Ziegelsteinfassade schmückt das Portal aus dem 15. Jahrhundert, es ist versehen mit einem Spitzbogen, auf dem eine Statue der heiligen Eufemia zu sehen ist.
Rechts und links des Tympanons befinden sich zwei große Renaissancedoppelfenster, sowie rechts der romanische Sarkophag des Cavalcan Cavalcanti, der schmuck- und namenlos ist. Links, der Renaissancesarkophag des Tommaso Lavagnoli, der von Sanmicheli entworfen wurde und in einen kleinen Marmorüberbau eingefügt ist. Auf der linken Seite der Kirche sehen wir zwei weitere Grabstätten, sowie einen Seiteneingang, der von einem eleganten Vorbau und von bedeutenden Fresken aus dem 14. Jahrhundert geschmückt ist. Eine Tür auf der linken Seite der Fassade führt zum Kreuzgang des Klosters, das im 16. Jahrhundert aufgelöst wurde. Ihn schmücken dorische Säulen sowie Fenster mit Überbau, im Innenhof werden an Sommerabenden Theateraufführungen gezeigt.
Der Innenraum besteht aus einem einzigen großen Kirchenschiff mit einem Tonnengewölbe, einem großen Triumphbogen vor dem Gewölbekreuz, einer Zwillingskapelle und einem Presbyterium. Zu beiden Seiten befinden sich sieben Altäre, die den Raum unterteilen und mit bedeutenden Altarbildern geschmückt sind. Sie sind ein Beispiel für die Veroneser Malerei des 15. Jahrhunderts.
Rechts vom Chorraum gelangt man in die gotische Kapelle Spolverini; hier findet man noch die ursprüngliche Pflasterung durch Grabplatten, sowie zahlreiche Gemälde, wie z. B. die drei Szenen der "Reise des Tobias", aus dem 15. Jahrhundert von Giovan Francesco Caroto und die Reste bemerkenswerter Fresken aus dem 14. Jahrhundert. Der Eingang zum Kirchturm ist auf der linken Seite und wird von einem Fresko von Stefano da Verona geschmückt, vormals befand es sich auf dem kleinen, äußeren Seitenportal. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Sarkophag der Familie Dal Verme aus dem 14. Jahrhundert, der in der Apsis hinter dem Hauptaltar steht: ein monumentales Werk mit vier Säulen, die einen Marmorbogen stützen, der mit floralen Motiven und heraldischen Wappen geschmückt ist. Darüber hängt ein Gemälde von Felice Brusasorzi, "die Madonna und die Propheten".