Die Kirche San Tomaso Becket, besser bekannt als die Kirche San Tomaso Cantuariense, befindet sich in der Nähe der Altstadt von Verona, gleich nach der Brücke Ponte Nuovo del Popolo. Sie ist Thomas Becket, dem englischen Heiligen geweiht.
Die heutige Kirche wurde von den Karmelitern im 15. Jahrhundert erbaut und steht auf einem Gelände, auf dem schon zwei weitere Kirchen standen, eine dem Heiligen Tomaso Becket (1316) und die andere der Verkündigung Mariens (1351). Die Kirche ist ein Beispiel für die Vereinigung der traditionellen Veroneser Romanik und der gotischen Bauart.
Im Jahre 1545 (oder 1550) wurde der Architekt Michele Sammicheli mit einigen Projekten der architektonischen Umgestaltung der Kirche beauftragt, die jedoch unvollendet blieb. Die Fassade ist kahl und nicht fertiggestellt, sie wird jedoch von einer Rosette und von zwei Biforen bereichert. Das Portal, aus dem Jahr 1493, wurde 1518 von Kirche Santa Maria Mater Domini aus Valdonega zu seinem jetzigen Standort gebracht.
Der Kirchturm wurde im späten 15. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut und ist 60 Meter hoch. Er beherbergt 10 Glocken in einer musikalischen Anordnung von D-Dur, gegossen von der Glockengießerei Cavadini aus Verona im Jahr 1930. Die Glocken werden manuell zum klingen gebracht, nach der Konzerttechnik der Veroneser Glockenspiele.Bei Glockenspielern sind diese Glocken für ihren Klang bekannt, die durch ständige Wartungen präzise und melodisch gehalten werden.
Der Innenraum der Kirche besteht aus einem einzigen Kirchenschiff und ist mit roten und weißen Marmorquadraten ausgelegt. Ausnahmen stellen der Chor und die Decke dar, die mit Holz verkleidet sind. Die Dachträger ruhen auf zwei Pfosten und die Decke besteht aus eingefassten quadratischen Holzplatten. In der Kirche stehen acht Altäre, die in Renaissance-Bögen eingefügt sind.
Die Kirche bewahrt Werke von Paolo Farinati, Francesco Torbido, Girolamo Dai Libri, Antonio Balestra und Alessandro Turchi, auf. Auf der barocken Orgel hinterließ Mozart, als er am 27. Dezember 1769 dort spielte, seinen Namenszug, der noch heute zu sehen ist. Neoklassizistische Mausoleen sind ebenfalls zu besichtigen.