Corte Bova wurde von der Familie Baldù, venezianischen Patriziern, gegründet, die später beim Oberinspektor für öffentliche Gewässer in Venedig die Erlaubnis beantragte, einen Bewässerungskanal aus dem Fibbio abzuleiten, ausgestattet mit Schleusen (die sogenannte Chiavica del Cristo ist noch vorhanden), um das Wasser auch für den Betrieb der Schaufeln einer großen Reis- Mühle zu nutzen, von deren Überresten man noch vor dem Hof, über dem Kanal, sehen kann.
Der Hof, der in einer langen Reihe von Gebäuden in Ost-West-Ausrichtung angeordnet ist, zeigt in der Mitte das Herrenhaus, angrenzend an die Oratori della Santa Croce, mit den Barchesse an den Seiten, die die Wohnungen der Arbeiter und die boarie, Unterkünfte für die Tiere (wodurch der Name im Dialekt: la Boa, stammt). Das Oratorium von Santa Croce hat eine bemerkenswerte Anordnung, die sich zurückzieht im Vergleich zur Linie der Barchesse, mit einem sehr hohen Bogen, der den Zugang ermöglicht und ein nützliches Portal schafft.
Die Entwicklung des Hofes ist eng mit dem Reisbau verbunden, der von den Venezianern in die Region eingeführt wurde, die sich auf diesen aufkommenden Anbau spezialisierte, indem sie die Wasserkontrolle präziser vornahmen, große Trockengebiete einrichteten, Lagerhäuser und Transportboote bauten und die neue Technologie, die berühmten Mühlen zur Verarbeitung und Politur, einführten.
Während der napoleonischen Zeit war das Gebiet der Bova Schauplatz von Kämpfen zwischen den Franzosen, die vom Adige kamen, aber von kroatischen Truppen zurückgeschlagen wurden, die unter den Österreichern waren. Nach den Entwässerungen, die zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert durchgeführt wurden, wurden die Böden trockener und ermöglichten den Anbau von Getreide und Gemüse. Im Jahr 1928 erfuhr der weitsichtige Pfarrer von Belfiore, Don Beniamino Bendinelli, dass in den Vereinigten Staaten Äpfel intensiv produziert wurden und kaufte so tausend Pflanzen aus Amerika, die im Hafen von Genua landeten. Die Hälfte der Pflanzen wurde in der Bova gepflanzt und die andere Hälfte in den angrenzenden Grundstücken zum Santuario della Madonna della Strà. So begann die landwirtschaftliche Tradition des Apfels, die noch heute das Land Belfiore prägt.