Dieser große Platz bietet einen außergewöhnlichen Einblick in die Veroneser Geschichte: er ist das Foyer der Arena, die anlässlich der Festspiele Tausende Besucher anzieht. Seit mehr als zwei Jahrhunderten spazieren die Veroneser mit Vorliebe über den Liston, der zwischen 1770 und 1782 mit rosa Marmor aus dem Valpolicellatal ausgelegt wurde. Aus diesem Naturstein wurde auch das römische Amphitheater (Arena) erbaut.
Die Piazza Bra ist der Ort, wo man sich trifft, um das Tagegeschehen zu kommentieren, wo man einen Kaffee oder Aperitif in einer der zahlreichen Bars trinkt, die auch im Winter geöffnet sind. Der weite Platz gibt Zeugnis über das lebhafte Treiben der Stadt und ist Rahmen für zahlreiche Ereignisse, die dort oder in der Arena stattfinden.
Seine Szenografie hat weiterhin gewonnen durch die Gusseisenstrukturen, mit ihren farbigen Markisen, die von Franco Zeffirelli gezeichnet und von dem Architekten Gualtiero Rizzi umgesetzt wurden.
Wichtige Events finden im Palazzo della Gran Guardia statt. Im Palazzo Barbieri ist heute das Rathaus der Stadt untergebracht.
Der Graf Antonio Nogarola schenkte 1871 der Stadt die alte Uhr, die zwischen zwei Bögen aus dem 14. Jahrhundert, den Portoni della Brà (Eingangstor zur Piazza Brà) angebracht ist und heute noch den Passanten die Zeit angibt. Gegen Mitte des 12. Jahrhunderts wurde auf dem weiten Platz um die Arena herum ein Markt für Holz, Heu und Vieh abgehalten.
Im 18. und 19. Jahrhundert wurde diese Tradition zur Regel. 1897 gab es daher schon die Pferdemesse, die die bedeutendste im Nordosten des Landes war. Heute ist sie die wichtigste ihrer Art in Europa.
Alte Dokumente beziehen sich auf die Piazza Brà als Viehmarkt: Die Tradition, hier einen Markt abzuhalten, ist erhalten geblieben und lebt im Santa Lucia Markt, der hier jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit stattfindet, weiter.
Durch die Bebauung des Areals entwickelten sich zahlreiche Aktivitäten und es entstanden im 16. und 18. Jahrhundert weitere Paläste an diesem Platz. Die Mitte der Piazza Bra wurde 1873 in einen Garten umgewandelt.