Die Familie Cerchiari erreichte ihren größten Glanz in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, nachdem Giovanni Marzio (Gianmarzio) Cerchiari, Archäologe und Schriftsteller, 1658 einen Platz im Vicenzaer Rat gekauft hatte. Sein Sohn, Carlo Cerchiari, ließ 1722 die gleichnamige Villa in Isola Vicentina erbauen, vermutlich vom Architekten Francesco Muttoni.
Das Gebäude wurde nach den typischen Formen des Vicentiner Rokoko errichtet, wobei das auf vier Pilastern basierende Schema im Zentrum des Projekts eine manieristische Überhöhung in der ionischen Tragekonstruktion hyperbolischer Höhe erfährt. Unter dem Giebel, auf dem das jetzt verlorene Wappen der Cerchiari prangte, steht die Inschrift: CAROLUS CERCHIARIVS IO. MARTII FIL./MDCCXXII.
Die Fassade wird von zwei Säulen belebt, die den zentralen Balkon tragen, auf dem die beiden Treppenläufe zusammenlaufen. Im Inneren bereichert der große zentrale Saal sowie die kleineren Räume zu beiden Seiten mit Stuckarbeiten, die die vier Türen mit prächtigen Rahmen schmücken. Der zentrale Rundbogen über der Tür enthielt Malereien, die jetzt verschwunden sind.
In einem der seitlichen Räume ist ein hübscher Nischenpavillon im Stil des 16. Jahrhunderts eingemauert, der höchstwahrscheinlich aus einem früheren Bau stammt.
Dank der Restaurierung zu Beginn der 2000er Jahre ist die Villa heute der neue Sitz der Gemeindebibliothek. Neben den 3 originalen Etagen aus dem 18. Jahrhundert gibt es für die Öffentlichkeit auch einen neuen zwei-stöckigen Anbau. Besondere Aufmerksamkeit wurde auf die Auswahl der Möbel und Farben der Einrichtung gelegt, wobei die Regeln des Feng Shui, einer alten chinesischen Disziplin, die die Beziehungen zwischen persönlichen Eigenschaften und energetischen Qualitäten von Räumen untersucht, um Harmonie und Gleichgewicht zu schaffen, respektiert wurden.