Nach 1866, als Venetien an das Königreich Italien fiel, befand sich die Grenze zu Österreich zwischen Venetien und dem Trentino-Südtirol, wodurch die Stadt Verona praktisch an der territorialen Grenze des Königreichs lag. Dies führte zur Militarisierung des Gebiets und zu entsprechenden Veränderungen auch in der Lessinia.
In diesem Zusammenhang wurde zwischen 1905 und 1911 das Forte Monte Tesoro zwischen dem Prun-Tal und dem Valpantena erbaut, das kürzlich restauriert und umgestaltet wurde.
Das Fort, das nach einem belgischen Modell erbaut und nach neuen Techniken geplant wurde, um sich gegen immer leistungsstärkere und genauere Sprengstoffe zu verteidigen, wird seinerseits zu einem Modell, das vom italienischen Militärgenie entlang der gesamten alpinen Grenze repliziert wurde. Es war das erste Fort seiner Zeit, das mit lokalem Stein aus Lugo und auf Betonbasis gebaut wurde.
Es gliedert sich in mehrere Ebenen: ein Erdgeschoss und zwei weitere Stockwerke, die von einem Graben umgeben sind, der das gesamte Gelände begrenzte. Im Inneren bestehen Gänge und Tunnel, die zu den ehemaligen Räumen führen, in denen soldaten schliefen, aßen und lebten. Einige Gänge führen zur äußeren Grabenstellung, wo sich drei versenkbare Kuppeln für Maschinengewehre befanden. Auf der Terrasse im oberen Teil des Forts, die als Observatorium genutzt wurde, konnte man eine atemberaubende Aussicht auf die Lessinia genießen, die auch heute noch besteht. Schließlich befinden sich auf der Nordseite des Zugangswegs, gut von den Felsen bedeckt, die Kasernen.
Da das Fort allerdings nicht die Frontlinie des Ersten Weltkriegs in diesen Gebieten war, wurde es entwaffnet und bis vor nicht allzu vielen Jahren vom Italienischen Heer als Munitionslager genutzt. Heute wird es sporadisch für Ausstellungen oder besondere Konferenzen verwendet.
Forte San Briccio (1885) zwischen den Tälern von Mezzane und Marcellise, Forte Castelletto (1885), von dem nur noch wenige Ruinen nach einer Explosion am Ende des Zweiten Weltkriegs geblieben sind, Forte Masua (1883-84) zur Überwachung des Adige-Tals, und Forte Santa Viola, zur Verteidigung des Valpantena und des Val Squaranto, sind nur einige der Forts, die zusammen mit dem Monte Tesoro die Verteidigungslinie der Lessinia bildeten. In diesem System sollte man auch die Gräben von Malga Pidocchio in Erbezzo und das Valòn in Malga San Giorgio nicht vergessen.
Deckblatt: Marco Malvezzi